Sonntag, 25. August 2013

Lleida

32°, sonnig und klar.

Nach 12h Schlaf war ich für den Tag gestärkt. Ich machte mir einen "Lazy Day In", sprich, ich habe mir viel Zeit für alles genommen und noch Filmchen geschaut.
Dann bin ich in die Stadt gegangen. Durch meine Vorbereitung wusste ich schon, dass Lleida nicht die meisten Sehenswürdigkeiten besitzt. Aber dennoch wollte ich mir ein Bild von der Stadt machen. Außerdem wollte ich mir die Uni anschauen.
Relativ schnell habe ich auch mitbekommen, dass der Supermarkt, den ich gestern schon gefunden hatte, nicht am Sonntag aufhatte, auch wenn er es auf seinem Schild versprochen hatte. Auch so war ich relativ allein auf der Straße unterwegs. War wohl gerade Siesta in Lleida.
Nach einer Weile suchen habe ich auch das Rektorat der Universidad de Lleida gefunden. Sie ist eine der ältesten Universitäten Spaniens und wurde 1300 gegründet. Gleich dahinter befindet sich zum Glück auch das Institut für die Geisteswissenschaften. Also hatte ich damit meinen Uniweg schon rausgefunden. Auf dem Heimweg habe ich mal die Zeit beachtet. Ich brauche ca. 25 Minuten.
Danach ging es zum Fluss und anderen Campus, wo ich für meinen Sprachkurs hin muss. Der ist noch einmal 25 Minuten entfernt, direkt am Fluss. Nachdem ich mir den Campus dort angeschaut habe, der sehr modern ist, habe ich einen Burger King gefunden, der scheinbar einzig offene Laden in der Stadt. In die wenigen Cafés, die offen hatten, habe ich mich noch nicht reingetraut.
Nach einer kurzen Verschnaufpause am Fluss bin ich diesen bis zur letzten Brücke langegangen, danach ging es durch die Stadt zurück. Auf dem Rückweg bin ich noch auf den Hügel gestiegen, wo sich die Burg befindet. Die Besteigung war relativ einfach, es gab eine Rolltreppe nach oben und dann einen wackeligen Lift, der direkt hoch fuhr. Oben angekommen, hatte ich einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Nachdem ich auf dem Gelände der Burg ein bisschen rumgelaufen bin, habe ich mitbekommen, dass alles schon zu hatte. Also muss ich noch einmal dahin und mir in Ruhe die Burg und die Kathedrale anschauen. Danach ging es zurück in Richtung Wohnheim. Ich dachte schon, ich hätte mich verlaufen, als ich plötzlich wieder direkt vor dem Rektorat stand und somit wusste, wohin ich laufen muss.
Hier angekommen, musste ich mich erstmal ausruhen. Danach bin ich in den Fitnessraum gegangen und habe noch ein bisschen Sport gemacht.

Wenn ich über Lleida nachdenke, denke ich an eine ruhige, sehr saubere, menschenleere Stadt, in der sich sehr alte Gebäude und moderne Komplexe mischen. Irgendwie erinnerte mich das ein bisschen an Perth, mit den vielen Hochhäusern und breiten Alleen und engen, schattigen Straßen.

Aber hier ein paar Impressionen aus der Stadt:

Der Blick aus meinem Wohnzimmer

Das Universitätsgebäude

Lleida hat viel viel Street Art

Das Kongressgebäude

Beide Wahrzeichen der Stadt: die wunderschöne Brücke und im Hintergrund die Burg und Kathedrale auf dem Hügel

Nocheinmal die Burg links und rechts die Kathedrale

Ganz im Hintergrund kann man das Wohnheim erkennen, es ist das weiße Gebäude in der Mitte rechts


Samstag, 24. August 2013

Das Abenteuer geht los...

Und das auch noch sehr früh. Nachdem ich gestern bis halb 3 Uhr nachts die Wohnung aufgeräumt und die letzten kleinen Häufchen von meinem Beistz verstaut habe, war ich ab 5 Uhr wieder wach und döste eigentlich nur noch vor mich hin. Um 5h45 hieß es dann aber definitiv aufstehen, damit ich in Ruhe alles fertig packen, mich fertig machen und zum Bus laufen kann.
Hat auch alles prima geklappt, sodass ich pünktlich halb 7 in dem Bus mit 2 schweren Koffern und einer vollen Umhängetasche zum Bahnhof in Aachen fahren kann. Alles hat prima geklappt und ich war recht früh am Flughafen in Köln/Bonn.
Der Flug verlief auch reibungslos. Ich konnte, trotz pubertierenden Jugendlichen, die immer wieder bemerken mussten, dass sie zum ersten Mal fliegen und wir deswegen ja nicht nur in Turbulenzen kommen, sondern gleich richtig abstürzen (weil das cool ist), den Flug durchschlafen.
In Barcelona ging das Abenteuer dann richtig los, denn ich wusste zwar mit welchem Zug ich nach Barcelona Sants (dem Bahnhof, wo die Bahn nach Lleida abfährt) komme, aber nicht wie und wo. Also lief ich quer durch den ganzen Flughafen und stand dann vor einem Schild, in dem mir 6 verschiedene Züge angezeigt wurden, die aber alle der gleichen Linie entsprachen und ich mich dann einfach in den Zug gesetzt habe und gedacht habe, hauptsache in die Stadt, irgendwie kommst du dann schon zum richtigen Bahnhof. Aber ich hatte Glück und saß im richtigen Zug in die richtige Richtung, na wer hätte das gedacht.
Am Bahnhof in Barcelona schien pures Chaos zu herrschen. Zumindest war es Chaos für mich, anscheinend war das aber das geordnete Bahnhofsleben in Spanien. Nachdem ich mich zu drei verschiedenen Ticketschaltern durchgeschlagen habe und nirgendwo richtig war, weil ich nicht wusste, dass ich weder einen Langstreckenzug, noch einen Mittelstreckenzug und auch nicht an der Servicestelle von Renfe ein Ticket erwerben kann, wurde mir erklärt, dass ich mich an die Schlange für die Schnellzüge der Langstrecken anstellen musste. Dann hatte ich auch schon mein Ticket in der Hand.
In Spanien ist es übrigens so, dass dein Gepäck vor dem Betreten des Wartebereiches des entsprechenden Gleises gescannt werden. Was die Frau am Scanner mürrisch zu mir gesagt hat, habe ich leider nicht verstanden, nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich kein Spanisch spreche, hat sie das nur noch zweimal wiederholt. Das spanische Paar hinter mir hat mir dann erklärt, ich solle einfach weiter gehen und nicht auf sie achten, also schien ja dann auch alles in Ordnung zu sein.
Als ich auf meinen Zug gewartet habe, fing eine ältere Dame immer wieder mit mir ein Gespräch auf Spanisch an. Dass ich ihr im gebrochenen Spanisch bedeutete, dass ich sie nicht verstehe, schien sie rein gar nicht zu entmutigen, sondern spornte sie an, nur erneut mit mir zu sprechen. Als ich dann verzweifelt in die andere Richtung geschaut habe, hat sie ihren Redeschwall dann endlich ihrem Sohn zugewandt.
Der Zug von Barcelona nach Lleida hat weniger als eine Stunde gebraucht und ist im Schnitt 300km/h gefahren. Mein erster Eindruck der Landschaft war, dass es mich sehr an die Toskana erinnert hat. Hier und da gab es dazu noch Ruinen von alten Häuschen und ansonsten war auch nicht viel los, ich habe kaum Menschen gesehen.
In Lleida endlich angekommen, schnappte ich mir ein Taxi und es ging zum Studentenwohnheim.
Hier angekommen, gab mir der Hausmeister eine Führung, wobei weder er Englisch noch ich Spanisch sprechen konnte. Aber wir haben uns trotzdem verständigen können. Außerdem war er begeistert, dass ich immer wieder mit "Tengo una altra pegunta" (Ich habe noch eine andere Frage) angefangen habe und er war sich sofort sicher, dass mein Spanisch jetzt schon viel besser geworden ist. Das der Rest des Satzes ein grammatikalischer Unfall war, war ihm egal.
Nachdem ich mich in meiner kleinen Wohnung (ja, es ist wirklich eine schöne 2 Zimmerwohnung und genauso, wie ich es mir vorgestellt habe) eingerichtet habe, ging es zum nächsten Abenteuer: den nächsten Supermarkt finden. Ich glaube, dass ich mich verlaufen habe oder blind bin. Der Hausmeister meinte, dass gleich hier um die Ecke ein riesiger Supermarkt ist. Ich habe den vermeintlich riesigen Supermarkt 10 Minuten Fußweg später entdeckt. Aber zumindest konnte ich mich mit den notwendigsten Lebensmittel für die nächsten Tage ausstatten.

Morgen geht es in die Stadt, eine Besichtigung machen.
Grüße nach Deutschland aus einem 30° warmen Lleida :)

Sonntag, 11. August 2013

Die letzten Züge der Vorbereitung

In nicht einmal mehr 2 Wochen bin ich schon in Lleida angekommen und mein ERASMUS-Semester geht dann los.
Bis jetzt habe ich und auch die Eltern die wichtigsten Sachen soweit klären können. Also, Flug, Wohnung in Lleida, Versicherung, Sprachkurse, Veranstaltungen etc. Nur meine eigene Wohnung in Aachen stellt sich am problematischsten heraus, irgendwie möchte keiner so richtig mein Zimmer. Aber ich habe ja noch 2 Wochen Zeit und hoffe, bis dahin noch eine geeignete Person zu finden.
Ansonsten habe ich am Wochenende bei meinem Besuch in Frankfurt schon den ersten (wenn auch kleinen) Teil vom Umzug in Angriff genommen und einige wichtige Sachen für die Eltern mitgenommen. Da ich nicht alles bei mir hier unterstellen kann und ich auch nicht die Wohnungen von meinen Freunden hier vollstellen möchte, wanderten also die ersten Gegenstände, wie Drucker oder wichtige Unterlagen, nach Weimar.

Jetzt wird erstmal die nächste Woche kräftig Spanisch gelernt und der Intensivkurs besucht und nebenbei noch für andere Prüfungen gelernt.