Dienstag, 24. September 2013

Heute vor genau einem Monat...

...bin ich hier in Lleida angekommen.
Mittlerweile hat sich alles endlich eingepegelt. Ich habe meinen finalen Stundenplan fertiggestellt. Heute habe ich auch mein Learning Agreement soweit geändert und kann mich dann morgen endlich endlich (!) einschreiben. Ich habe mich heute auch für meinen Spanischkurs registriert, somit steht dem Sprachenlernen nichts mehr im Wege.
Die Englischklassen, die ich besuche, sind soweit eigentlich sehr interessant. Am meisten bin ich über die Anforderungen erstaunt: Wir müssen in einem Kurs neben einer Klausur noch eine Hausarbeit schreiben. In einem anderen Kurs schreiben wir in 3-4 Wochen schon kleine Tests und in einem anderen wiederum müssen wir ständig schriftliche Arbeiten einreichen, um den Kurs zu bestehen. In dem letzten Kurs sitzen die Studierenden, die gerade mit der Uni angefangen haben. In Aachen hatten wir nicht so viel zu tun. Das ist echt interessant.
An den Wochenenden bin ich auch oft unterwegs. Letzten Samstag habe ich zusammen mit den anderen Erasmusstudentinnen einen ruhigen gemacht und haben gemeinsam gekocht. Am Sonntag ging es für eine kleine Wanderung in die Pyrenäen, damit man mal aus der Stadt rauskommt.

Das habe ich in einem Monat Spanienaufenthalt "gelernt":
Lebensweise: "mañana mañana" (Was du heute kannst nicht besorgen, verschiebe ruhig auf morgen): Immer, wenn es ein kleines Problem gab, wurde ich mit den Worten beruhigt, dass sich das doch auch alles später irgendwann regeln wird. Der Stundenplan passt nicht? Kein Problem, schau dir interessante Klassen an und entscheide dich dann, was du haben willst. Du bist noch nicht eingeschrieben? Kein Problem, das wird schon alles. Du hast nicht alle Credit points für dein Learning Agreement zusammen? Kein Problem, melde dich einfach irgendwo an und lass dich durchfallen. Du willst deine Miete bezahlen? Die Abrechnung liegt jetzt noch nicht vor, komm ein ander mal wieder.
Das bin ich aus Deutschland ja so garnicht gewohnt. Auch hier merke ich wieder, dass die Menschen im Süden viel lockerer drauf sind als in Deutschland. Hier beginnen die Kurse meistens nicht pünktlich sondern gerne mal eine Viertelstunde später. Die Studierenden kommen auch nicht pünktlich, sondern eben genau diese 15 Minuten später.

Wetter: Temperaturschwankungen von durchschnittlich 15°C sind normal. Jeden Morgen sind es zwischen 15° und 20°. Auch am Vormittag ist es nicht viel wärmer. Also ziehe ich mich entsprechend an und laufe in die Uni. Auf dem Weg dahin wird es dann auf einmal so richtig heiß, weil die Sonne dann richtig auf die Stadt strahlt. Also sind so am frühen Nachmittag zwischen 30° und 35°. Deswegen habe ich gelernt, lieber am Morgen ein bisschen zu frieren und nicht so warme Sachen anzuziehen, ansonsten schwitze ich den ganzen Nachmittag und Abend.

Essen: Super lecker! Anders kann ich es nicht beschreiben. Man merkt bei den Kataloniern die französische Nähe. Es gibt in den Bäckereien viele Baguettes und kleine Teilchen, wie Croissants oder Schokocroissants. Gerne wird hier auch Kaffee getrunken, nein, nicht getrunken. Eingenommen. Ein Kaffee ist nämlich so ähnlich wie ein Espresso. Ich war in Lleida noch nicht so viel in einem Restaurant essen, aber das Angebot an Tapas ist wunderbar. Auch in den anderen Städten, in denen ich bisher war, gab es immer leckeres Essen. Am beliebtesten in Katalonien ist ein Bocadillo, also ein Baguette mit Tomaten und ein bisschen Öl eingerieben, darauf kommt dann entweder Käse, Schinken oder Fleisch.

Menschen: Sehr offen und freundlich. Da ich ja kaum Spanisch und Katalan spreche, bin ich hier immer wieder auf die non-verbale Sprache angewiesen. Die Menschen hier sind aber sehr freundlich und wiederholen sich gerne, wenn sie kein Englisch sprechen können. Die, die Englisch sprechen können, fangen auch gerne ein Gespräch an und fragen, woher ich komme. Wenn sie dann erfahren, dass ich aus Deutschland komme, wird natürlich sofort das wichtigste Thema besprochen: Fußball.

Natürlich habe ich noch viel mehr Impressionen, positive Impressionen in dem letzten Monat gesammelt. Aber die oben genannten sind, glaube ich, die prägnantesten.

So, dieses Wochenende haben wir Freitag und Montag keine Uni, weil der Stadtheilige von Lleida gefeiert wird. Deswegen fahren ein paar Mädels und ich runter in den Süden, nach Sevilla! :)

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